Städtepartnerschaft mit Besiktas

Was für eine Chance für Herne!

Und was für eine beschämende Debatte, ob wir diese Städtepartnerschaft überhaupt eingehen wollen!

Sicher gibt es zahlreiche Gründe, die gegen diese Städtepartnerschaft sprechen. Doch worum geht es dabei? All diese Gründe wirken vorgeschoben. Das Hauptargument, was ins Feld geführt wird, ist die durch Erdogan undemokratische Ausrichtung der Türkei.

Da wird die Moralkeule geschwungen, als wenn wir uns mit Erdogan verbünden und uns selbst zum Verbrecher machen würden.

Das Gegenteil ist der Fall. Mit der Städtepartnerschaft mit Besiktas unterstützen wir in der Türkei eine Politik auf Grundlage einer weltoffenen, den westlichen Werten zugewandten Weltanschauung.

Die ganzen Kritiker dieser Städtepartnerschaft sollten mit ihren hehren Moralansprüchen mal lieber bei sich selbst anfangen. Da werden Produkte aus Asien gekauft ohne nachzudenken, was wir damit anrichten. Oder wann haben Sie zuletzt beim Einkauf darauf geachtet wo ihre Artikel produziert werden? Mit dem Kauf von Produkten „Made in China“ unterstützen Sie aktiv die Wirtschaftsmacht eines Staates der wesentlich undemokratischer und menschenfeindlicher ist, als die Türkei. Oder wie sieht es mit anderen Produkten aus? Auch aus Asien? Vielleicht durch Kinderarbeit oder unter anderen menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt. Haben Sie sich schon einmal darüber informiert?

Das wollen sie nicht miteinander vergleichen?

Dann lassen Sie uns darüber reden, was wirklich hinter Ihrer ablehnenden Haltung der Städtepartnerschaft mit Besiktas steckt.

Sie machen sich sorgen, dass in Herne die ohnehin schon große Präsenz der Menschen mit türkischen Wurzeln weiter zunehmen wird. Das uns die negativen Auswirkungen einer unzureichenden Integrationspolitik noch mehr belasten wird?

Darüber darf und muss man besorgt sein. Lassen Sie uns diese Städtepartnerschaft nutzen um die wahren Probleme in den Mittelpunkt zu rücken und lassen Sie uns Besiktas als Chance sehen endlich besser hinzugucken, wo bei uns politischer Handlungsbedarf besteht. Es ist immer leicht mit dem Finger auf andere zu zeigen, wenn wir die Welt in der Türkei verändern wollen, müssen wir bei uns selbst anfangen.

Womit ich dann wieder zu einem meiner Lieblingsprojekte komme. Der alte RAG-Standort als Hochschulzweig mit Schwerpunkt Integration. Ein sehr drängendes Thema in Anbetracht der in der Vergangenheit mehr als schlechten Integrationspolitik und den neuen Herausforderungen die diesbezüglich auf der Hand liegen.

Bericht der WAZ Herne vom 28.06.2016 über die Bürgerversammlung zum Thema Städtepartnerschaft 

 

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