Nur wenn wir wissen, wo wir hin wollen, können wir die Weichen so stellen, dass wir auch den richtigen Weg zu unserem Ziel einschlagen: Herne als Stadt mit Strahlkraft.
Wenn man nach Herne kommt, wird man schon von einer bunten, farbenfrohen, freundlichen Stadt überrascht. Herne ist bunt, schon auf den ersten Blick. Viel Farbe an Fassaden, vielen Mauern, vor allem unter den Unterführungen, selbst die Lichtmasten sind bunt. Was für ein farbenfroher, freundlicher Anblick, ein Ausdruck von Lebensfreude!
Herne 2045 – die Stadt, die den nächsten Schritt wagt
Herne ist im Jahr 2045 nicht mehr nur eine Stadt im Zentrum des Ruhrgebiets. Herne ist ein weltweites Reallabor für die Frage, wie Menschen in einer dicht besiedelten Stadt leben, arbeiten und mobil sein können, wenn alte Gewissheiten nicht mehr gelten.
Die Stadt hat früh erkannt, dass ihre Zukunft nicht darin liegt, Entwicklungen abzuwarten. Herne setzte Ausrufezeichen: mit der ersten Seilbahn Deutschlands, die vollständig in den öffentlichen Nahverkehr integriert wurde, und als erste Stadt, die einen E-Scooter Verleih zugelassen und in ihr Mobilitätskonzept eingebunden hat.
Doch Herne ging noch weiter. Während andere Städte zunächst den Übergang vom Verbrennungsmotor zum Elektroauto organisierten, übersprang Herne diesen Zwischenschritt. In einer dicht bebauten Stadt wäre es kaum möglich gewesen, alle Gebäude mit ausreichender Ladeinfrastruktur auszustatten. Deshalb setzte Herne früh und konsequent auf autonome Mobilität.
Neben autonomen Autos und Kleinbussen, bilden Fahrräder und andere bedarfsgesteuerte Fahrzeuge ein gemeinsames öffentliches Netz. Mobilität ist jederzeit verfügbar, barrierefrei und bezahlbar. Ein eigenes Auto zu besitzen ist nicht mehr notwendig. Die Stadt bewegt die Menschen – nicht die Menschen ihre Fahrzeuge.
Dadurch wurden enorme Flächen frei. Parkplätze, Parkhäuser und überbreite Straßen verloren ihre ursprüngliche Funktion und verwandelten sich in Parks, Wohnungen, Werkstätten, Spiel- und Sportflächen, Stadtgärten sowie Orte für Kultur und Begegnung. Herne gewann nicht nur Bewegungsfreiheit, sondern Raum für das Leben selbst.
Auch die Arbeitswelt hat sich grundlegend verändert. Als künstliche Intelligenz immer mehr Tätigkeiten übernahm, erkannte Herne früh: Arbeit wird nicht verschwinden, aber sie wird anders verteilt und bewertet werden. Zugleich wurde deutlich, dass Menschen mehr brauchen als finanzielle Absicherung. Sie brauchen Anerkennung, soziale Kontakte und eine Aufgabe, die ihrem Leben Bedeutung gibt.
Deshalb führte Herne als Vorreiter das Selbst-Beschäftigungs-Einkommen ein. Es war bewusst kein bedingungsloses Grundeinkommen. Jede Bürgerin und jeder Bürger konnte ein Einkommen erhalten, wenn sie oder er eine selbst gewählte sinnstiftende Tätigkeit zum Wohl der Allgemeinheit, der Stadt oder eines Unternehmens übernahm.
Diese Tätigkeiten reichen von Bildung, Pflege und Nachbarschaftshilfe über Kultur, Umweltschutz und Stadtteilentwicklung bis hin zu Mitarbeit in Unternehmen, sozialen Betrieben und Zukunftswerkstätten. Unternehmen und Stadt arbeiten gemeinsam daran, solche Aufgaben zu schaffen, zu organisieren und angemessen zu vergüten.
Herne hat damit eine einfache Wahrheit ernst genommen: Arbeit gibt es genug – sie war nur lange nicht bezahlbar.
In den ehemaligen Industriearealen entstehen Zentren für künstliche Intelligenz, Handwerk, Kreativität und gemeinwohlorientierte Produktion. Menschen arbeiten dort nicht nur für den Markt, sondern auch an der Pflege ihrer Stadt, an neuen Bildungsangeboten, an sozialen Innovationen und an einer lebenswerten Umwelt.
Herne ist Vorzeigestadt, weil sie technologische Innovation nicht gegen den Menschen richtet, sondern für ein freieres, sinnvolleres und gemeinschaftlicheres Leben nutzt. Die Stadt zeigt, dass Zukunft nicht einfach über die Menschen hereinbricht. Sie kann gestaltet werden – mutig, sozial und mit einem klaren Ziel.
Herne 2045 – wir überspringen das Morgen und bauen die Zukunft.